„Hier, fahr‘ Du!“ – Vertrauen Sie Ihrem Kind im Umgang mit dem Internet?

Kinder sind im Internet unterwegs. Ganz natürlich, ganz normal. Sie spielen, chatten, posten, tauschen Dateien, schauen sich Pornos an, treffen Fremde und Freunde, mobben Mitschüler usw. Ja, das Internet ist nicht immer nur gut. Das Leben übrigens auch nicht.
Außerhalb des Internets bemühen sich die Eltern jedoch in aller Regel, die Kontrolle über das zu bewahren, was ihre Kinder so treiben. Bewegen sich die Kids jedoch in den Weiten des Netzes, scheint alle Vorsicht vergessen. Das Kind sitzt ja in den eigenen vier Wänden, vor dem PC. Wenn es da nicht sicher ist, ja wo denn dann? Also lassen viele Eltern ihre Kinder einfach machen.

Kontrolle über das Surfverhalten der eigenen Kinder

Vergleichbar ist diese Situation mit einem Ausflug ans Meer. Die Familie steigt ins Auto, und mit den Worten: „Hier, fahr‘ Du!“ drückt Mama dem Sprössling die Autoschlüssel in die Hand. Kann man machen – sollte man aber nicht. Dieses gilt auch für die Nutzung des Computers und des Internets. Lassen Sie Ihr Kind dort nicht alleine!

Viele Eltern kümmern sich zu wenig um die Freizeitgestaltung ihrer Kinder im Netz

Das sind doch alles Ausnahmen!? Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky hat eine Umfrage durchführen lassen, welche zu diesem Thema Aufschluss geben sollte. Die Ergebnisse sind schockierend: 28% der deutschen Eltern, mit Kindern unter 16 Jahren, gaben an, jegliche Kontrolle über das Surfverhalten ihrer Kinder verloren zu haben! An dieser Stelle kann und darf nicht mehr von Einzelfällen oder Ausnahmen gesprochen werden.

Woran liegt das scheinbare Desinteresse vieler Eltern?

Ein Hauptproblem herbei ist, dass viele Eltern ganz einfach keine Ahnung von der Technik haben. Die Kinder sind weit voraus und wissen das auch noch. Die Eltern fühlen sich hilf- und machtlos, sie ergeben sich dieser Situation. Aufsichtspflicht wird durch Hoffnung ersetzt. Hoffentlich passiert nichts! Es könnte alles so einfach sein…

Eltern müssen nicht jede Minute neben ihrem Kind sitzen

Nun erwartet niemand, dass sich Eltern in Vollzeit neben das Kind setzen und zugucken, wie es im Netzt so vor sich hin surft. Dafür gibt es Programme – die so genannte „Kinderschutzsoftware“. In der Regel allgemein bekannt, aber dennoch viel zu selten genutzt. Wenn Eltern keine Ahnung von der Technik haben, wie sollen sie dann eine Kindersicherung installieren, einstellen und bedienen? Daran hapert es häufig.
Aufklärung ist seit jeher der beste Schutz, aber ohne Softwarelösung geht es einfach nicht. Daher sollten sich Eltern unbedingt Hilfe holen, falls sie von allein nicht in der Lage sind, die Programme zu installieren.

Fazit

Eltern sollten ihren Kindern den Autoschlüssel aus der Hand nehmen. Sie sollten selbst den Platz auf dem Fahrersitz einnehmen und die Richtung vorgeben. Es ist einfacher, als man denkt.

Den absoluten Schutz und die absolute Kontrolle gibt es nicht – und die will auch keiner. Dennoch sollte man alles tun, um die Kids ebenso zu schützen, wie man es in „der realen Welt“ auch tun würde. Denn das Internet ist ebenso real, inklusive aller Gefahren.

Der Autor:

Frank Grimm, 46, wurde oft gefragt, ob er nicht dabei helfen könne, die Computer von Bekannten und Verwandten kindersicher zu machen. So sammelte er Erfahrungen in diesem Bereich. Ende 2013 startete er das Projekt „ONLINE? Aber sicher!“. Hier finden Eltern Aufklärung, als auch praktische Hilfe bei der Installation von Kinderschutzsoftware.
www.online-aber-sicher.info
grimm@online-aber-sicher.info

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